Eröffnung:
Freitag, 30. September, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten:
Donnerstag und Freitag 17:00-20:00 Uhr
Samstag 11:00-17:00 Uhr
Sonntag 14:00-17:00 Uhr
Finissage:
Sonntag, 23. Oktober
17:00 Uhr Lesung und Aufführung
18:00 Uhr Screening
18:30 Uhr Konzert
Über die Ausstellung:
Die Ausstellung synthesized blu:z zeigt aktuelle intermediale Arbeiten der Künstlerin Victoire Gonzalvez und des Künstlers Valentino Berndt. Die blaue Referenzfarbe des Ausstellungstitels zirkuliert zwischen verschiedenen Flüssigkeiten, Bildschirmhintergründen, Haushaltsprodukten und einer tropischen, blauen Geschmacksfantasie.
Dabei aktiviert Victoire Gonzalvez den gemeinsamen Ausstellungsraum als Zwischenraum, dessen Elemente durch die fiktive Figur des cleaners gepflegt und somit regelmäßig verändert werden. Chemische Produkte – vom Parfüm für Innenräume bis hin zu Reinigungsmitteln – verdrängen natürliche Aromen, Synthetik wird zur Norm und Realismus wird aus der Täuschung geboren. Die Schaffung von Installationen, die sich auf solche aseptischen Räume beziehen, die die Sinne verwirren, sind charakteristisch für Gonzalvez plastische Reflexion. Sie bezieht sich dabei auf popkulturelle Objekte, die sie in Simulakren übersetzt und die den Wunsch von Betrachter*innen in den Mittelpunkt stellen, ihre Natur durch die Sinne zu erkennen.
Auch Valentino Berndt spricht in seiner Arbeit die Sinne an und thematisiert die Übersetzung von Klang zu Farbe. Seine Installation umfasst einen 12-teiligen Farbkreis, der als Lichtorgel aus Glas im Raum arrangiert ist. Die 12 Farben (Grün, Blaugrün, Cyan, Ultramarin, Blauviolett, Rotviolett, Magenta, Karmin, Rotorange, Orange, Gelb, Gelbgrün) entsprechen den 12 chromatischen Noten einer Oktave. Im Detail werden die Klänge durch Schwingungen auf Pigmentebenen sichtbar und andererseits werden die Glasobjekte durch akustische Interaktionen der Betrachter*innen im Raum aktiviert.
Über die Künstler*innen:
Victoire Gonzalvez ist eine französische Künstlerin, Performerin und Autorin. Ihre Arbeit, die sich mit scharfem Blick der alltäglichen Absurdität von menschlichen Praktiken in ihrem sozialen Umfeld widmet, überzeugt durch ihr Gespür für Materialität, Poesie und kritischem Witz.
Valentino Berndt ist ein mexikanisch-deutscher Künstler, der in Stuttgart lebt und dessen Arbeit die Bereiche der bildenden Kunst, des Klangs, der Kybernetik, der Umwelt, des Stoffwechsels und der Kulturgeschichte verbindet.
Kuration:
Juli Gebhardt
Aktuell
Ausstellung
Wovon wir träumen
Marla Fischinger und Johannes Ocker
Termine:
Eröffnung:
Freitag, 26. Juni 2026, 19 Uhr
Finissage mit cozyclub:
Sonntag, 26. Juli 2026
Über die Ausstellung:
Der Begriff des Träumens lässt sich unterschiedlich ausrichten: vom nächtlichen Träumen im Schlaf über das Träumen im Sinne von Erinnern, Schwelgen, Reflektieren und Nachfühlen bis hin zu einem hoffnungsvollen, visionären Blick in die Zukunft. Immer setzt Träumen dem Ist-Zustand etwas entgegen und eröffnet Momente innerer Distanz, Verschiebung und Imagination. In Zeiten persönlicher wie globaler Krisen erscheinen solche Zustände als fragile, aber notwendige Räume, um sich zu stabilisieren, zu verorten und Zusammenhänge neu zu denken.
In der Ausstellung Wovon wir träumen nähern sich Marla Fischinger und Johannes Ocker in Foto- und Videoinstallationen sowie Cyanotypien unterschiedlichen Facetten des Träumens. Die Arbeiten bewegen sich dabei zwischen landschaftlichen, (nicht-)körperlichen und emotionalen Bildräumen und eröffnen Perspektiven auf verschiedene Zustände von Wahrnehmung, Erinnerung und Vorstellungskraft.
Über die Künstler*innen:
Marla Fischinger ist visuelle Künstlerin mit einer textbasierten Praxis.
Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stehen Fragen zu Zuständen emotionaler Fragilität und psychischer Instabilität sowie deren Wechselwirkungen mit Körper und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen entstehen Arbeiten, die sich zwischen autofiktionaler Reflexion, wissenschaftlichen Referenzen und Inszenierung bewegen und in denen sich innere Zustände bildlich, sprachlich und räumlich manifestieren.
Sie arbeitet mit Text in Verbindung mit Medien wie Fotografie, Video und Zeichnung; lyrische und prosaische Texte sind dabei integraler Bestandteil installativer Setzungen. Sie studierte bis 2024 an der ABK Stuttgart bei Prof. Birgit Brenner, Prof. Reto Boller, Anike Joyce Sadiq und Flaka Haliti
Johannes Ocker fotografiert. Sein Werk ist geprägt von einer subtilen Ironie, die seine tiefe Auseinandersetzung mit ethischen Fragen im Kontext von Mensch, Tier und Zivilisation durchdringt. Ein zentrales Moment ist dabei der phänomenologische Blick auf die Natur und das Erinnerungspotential vorgefundener Orte. Gegenwärtig studiert er als Meisterschüler im Weißenhofprogramm an der ABK Stuttgart.
Über cozyclub:
Begleitend zur Ausstellung und als Teil des Vermittlungsprogramms wird zur Finissage am 26.07.2026 ein cozyclub veranstaltet.
cozyclub ist eine von Marla Fischinger initiierte Veranstaltungsreihe mit Fokus auf elektronischer (Live-)Musik, die der zunehmend schnelllebigen und konsumorientierten Clubkultur bewusst etwas entgegensetzt. Der Begriff der Listening Session sowie der Coziness ist dabei zentral für die räumliche und akustische Gestaltung. Ein Wohlfühlort, in dem man sich frei bewegen darf, an dem es kuschelig wird und die Verbindung zwischen Publikum und Musik im Vordergrund steht. Ziel ist es dabei, die Hörerfahrung an erste Stelle zu setzen.
Für die zweite Ausgabe des cozyclub wird Marla Fischinger Positionen einladen, sich mit ihrer Videoarbeit Durst akustisch auseinanderzusetzen.