Aktuell
Konzert
Studio 34
Konzertreihe in Kooperation mit STUDIO NEUE MUSIK / CAMPUS GEGENWART (HMDK Stuttgart)
Musiker*innen:
Víctor Rubio Aparici, Malin Grass, Luise Kallmeyer, June Young (Will) Kim, András Lakatos, Milena Roder, Cecilia Seo und Sebastian Triebener
Programm:
19. April 2024, 20:00 Uhr
NOSTALGIE
Zu Arnold Schönbergs 150. mit Dieter Schnebels Nostalgie.
Nach Bergamo, zur Heimat,
Kehrt nun Pierrot zurück,
Schwach dämmert schon im Osten
Der grüne Horizont.
Heimweh, Sehnsucht, Nostalgie… ist das ein wertvolles Instrument oder eine schwere Belastung? Gerade in schwierigen Zeiten, bringt sie uns Hoffnung oder hält sie uns doch eher fest?
Durch Pierrots Reise und Erlebnisse und den ausdrucksstarken Inhalt von Schnebels Gesten – allerdings ohne Klangerzeugung – lädt dieses Programm dazu ein, über (unsere) Erfahrungen, Veränderung und die aktuelle Situation nachzudenken: Ist Nostalgie ein Lichtblick oder eine Fessel?
„Das Leben ist ein kleiner Lichtraum zwischen zwei Nostalgien: der von dem, was man noch nicht gelebt hat, und der von dem, was man nicht mehr leben kann. Und der richtige Moment des Handelns ist so verworren, so glitschig und so flüchtig, dass man ihn damit vergeudet, sich wie benommen umzusehen.“ (Rosa Montero)
Unter der Leitung von Delia Ramos Rodríguez
20. April 2024, 20:00 Uhr
DECONSTRUCTING THE WESTERN GAZE
Examination of the post-colonial influence of Western music and how some composers deconstruct the Western gaze.
Eine lecture performance, die “Western Lens” erklärt und konkrete Beispiele nennt für den anhaltenden postkolonialen Einfluss westlicher Musik und dafür, wie manche Musik den westlichen Blick „dekonstruiert“. Dem Vortrag folgt eine Aufführung von drei Stücken von Komponist*innen aus verschiedenen Kulturen (z. B. Korea, Israel, Palästina, Deutschland, USA, Japan usw.), die kreative Wege finden, den westlichen musikalischen Einfluss zu vermeiden oder ihn anzunehmen.
Unter der Leitung von June Young (Will) Kim
20. April 2024, 21:30 Uhr
SITTING IN A ROOM
a soundsTheatre for parallel listening spaces
Sitting in a room, der Titel inspiriert vom Stück „I’m sitting in a room“ von Alvin Lucier, ist eine vergleichende Erfahrung zweier unterschiedlicher Musikmodi: Improvisation und Komposition. Während die Komposition als westliche Tradition grundlegende Möglichkeiten zur Schaffung von Neuheit und Präzision bietet, fehlt ihr die wichtige Verbindung zwischen Komponist und Ausführungsmoment. Auf der anderen Seite bietet die Improvisation einen direkten Bezug zur subjektiven Sphäre des Künstlers, ist jedoch extrem eingeschränkt durch seine Fähigkeiten und die Traditionen der Improvisation sowie die vorhandenen Instrumente.
Das Publikum kann wählen, in zwei verschiedenen Hörbereichen zu sitzen. In einem Raum wird eine Aufführung einiger Kompositionen von Vahid Hosseini, einem iranischen Komponisten, stattfinden, während der Komponist selbst im anderen Raum improvisiert. Jeder Raum bietet ein unterschiedliches Hörerlebnis. Das Publikum ist frei, seine Wahl zu treffen und während der Aufführung seine Meinung zu ändern, aber jede Entscheidung wird Konsequenzen haben, ähnlich wie im wirklichen Leben.
Unter der Leitung von Vahid Hosseini
Über die Veranstaltungsreihe:
Die Konzertreihe Studio 34, veranstaltet seit 2021 vom Kunstraum 34 in Zusammenarbeit mit dem STUDIO NEUE MUSIK / CAMPUS GEGENWART (HMDK Stuttgart), bietet Studierenden mit Schwerpunkt Neue Musik die einzigartige Gelegenheit, eigenständig Konzerte, Installationen und Performances in den attraktiven, seit Jahrzehnten gut etablierten Gewölbekellern zu präsentieren.
In Kooperation mit:
Aktuell
Konzert
Cinéma Sonore
Naama Freedman
Termine:
Freitag, 24. April, 20 Uhr
The Seashell and the Clergyman
Mit Live-Musik von Naama Freedman
Samstag, 25. April, 20 Uhr
Live-Improvisation mit Naama Freedman und Gästen
Sonntag, 26. April, 12–15:00 Uhr
Performing with Words
Workshop mit Naama Freedman
Programm:
Die Konzertreihe Cinéma Sonore erweckt gefeierte Werke der Stummfilmära in Verbindung mit experimentellen Live-Performances zum Leben und interpretiert frühe visuelle Erzählungen durch zeitgenössische Klangsprachen neu, um neue Bedeutungen und Assoziationen zu entdecken.
Freitag, 24. April, 20 Uhr
The Seashell and the Clergyman
(1928, Regie: Germaine Dulac)
Mit Live-Musik von Naama Freedman
Besessen von der Frau eines Generals hat ein Geistlicher seltsame Visionen von Lust und Tod und kämpft gegen sein eigenes Verlangen an.
Noch vor den einflussreichen Werken von Salvador Dalí und Luis Buñuel schafft Germaine Dulac ein beispielloses Kunstwerk, das von vielen als der erste surrealistische Film angesehen wird. Verzerrte Bilder, bizarre sich wiederholende Muster, alles gesehen durch eine Linse, die die Realität zerschmettert und zerbrochene Fragmente mit fantastischen Halluzinationen vermischt.
Der Film wird von einer kurzen Einführung begleitet.
Eintritt auf Spendenbasis (Empfehlung: 5–10 €).
Samstag, 25. April, 20 Uhr
Live-Improvisation
mit Naama Freedman und Gästen
Der Samstagabend ist als kollaboratives Konzertformat angelegt: Naama Freedman entwickelt gemeinsam mit eingeladenen lokalen Musiker*innen eine improvisierte Performance im Zusammenspiel mit filmischem Material.
Eintritt auf Spendenbasis (Empfehlung: 5–10 €).
Sonntag, 26. April, 12–15:00 Uhr
Performing with Words
Workshop mit Naama Freedman
Unter der Anleitung von Naama Freedman lernen wir in diesem Workshop, unsere Stimme bewusst einzusetzen und Sicherheit im Auftreten vor anderen zu gewinnen. Ob beim Lesen eines Gedichts, beim Rezitieren eines Textes oder beim Singen eines Liedes – es geht nicht um eine „schöne Stimme“, sondern darum, die eigenen Worte zu meinen. Durch gemeinsame und individuelle Übungen erkunden wir neue Möglichkeiten des Ausdrucks.
Naama Freedman ist Künstlerin, Sängerin und Musikerin und verfügt über 20 Jahre Bühnenerfahrung weltweit – von Cabaret-Shows über Performancekunst und Lesungen bis hin zu Musicals.
Zur Teilnahme am Workshop bitten wir um vorherige Anmeldung per E-Mail an kontakt@kunstraum34.de.
Über die Veranstaltunsgreihe:
Die Konzertreihe Cinéma Sonore versteht sich als lebendige Plattform für experimentelle Klangkunst, die die Ausdrucksmöglichkeiten von Musik und Film auf innovative Weise miteinander verschränkt, indem sie experimentelle Musikperformances als Live-Scores zu Meisterwerken des Stummfilms präsentiert. Bedeutende filmische Werke werden in einen neuen Kontext gesetzt – das Ergebnis ist keine nostalgische Rekonstruktion, sondern eine hybride, medienübergreifende Kunsterfahrung, die historische Filmkunst mit aktueller musikalischer Praxis verbindet.
Cinéma Sonore lädt das Publikum zu einer meditativen audiovisuellen Erfahrung ein: Die Besucher*innen können selbst entscheiden, ob sie ihre Aufmerksamkeit auf den Film, die Musik oder beides richten – oder die Augen schließen und sich ganz der inneren Wahrnehmung überlassen.
Die Veranstaltungsreihe untersucht, wie frühe visuelle Erzählformen durch zeitgenössische Klangsprachen neu interpretiert werden können und welche Assoziationen, Bedeutungen und sinnlichen Wahrnehmungen dabei entstehen. Cinéma Sonore versteht sich als Raum für künstlerische Freiheit, für subtile und zugleich radikale künstlerische Setzungen sowie als Plattform für Musiker:innen der freien Szene, die jenseits kommerzieller Formate arbeiten.
Über die Künstlerin:
Naama Freedman ist eine in Hamburg lebende Künstlerin, Musikerin und Performerin, deren Arbeit die Bereiche Klang, Video und Installation umfasst. In ihren Performances verwebt sie Musik und Text, um zum Nachdenken anregende Erlebnisse zu schaffen. Sie ist die Gründerin der Konzertreihe Cinéma Sonore.
Kuration:
Theo Dietz
Technik:
Ivan Syrov
In Kooperation mit:
Gefördert durch: