Aktuell
Konzert
shindig #7
Grand Piano
Über die Veranstaltung:
Shindig Nr. 7!! Diesmal: Grand Piano, am 18. April im Kunstraum 34 in Stuttgart, 21 Uhr!
Die Pianistin Mai Kawano wird „Mass“, „Concerts“ und „I See“ von Yuri Umemoto sowie „Lucid“ von Ben Nobuto und „djytb: Tutorial No. 1“ von Lukas Beyer aufführen – allesamt Kompositionen für Klavier und Fixed Media. Nach dem Konzert werden Yuri Umemoto, Mai Kawano und Lukas Beyer gemeinsam ein DJ-Set spielen.
Eintritt auf Spendenbasis.
shindig ist eine von Lukas Beyer und Weiny Fitui initiierte Konzertreihe für zeitgenössische experimentelle Musik.
Über die Musiker*innen:
Yuri Umemoto (geb. 2002) ist ein in Tokio geborener Komponist. Seine Musik entsteht durch Notation, Aufnahme und Bearbeitung, wobei er häufig aufgezeichnete Stimmen und Lieder einbezieht. Er schafft Werke, die von Bühnenaufführungen bis hin zu Aufnahmen reichen. Seine Praxis umfasst klassische und zeitgenössische Musik/Kunst sowie die Club-, Experimental-, Ambient- und Popmusikszene. Umemoto ist derzeit Artist in Residence bei @akademiesolitude.
Mai Kawano (geb. 2002) ist eine in Frankfurt lebende Pianistin. Mit einem Hintergrund in der klassischen Musik arbeitet sie mit Komponisten ihrer Generation zusammen und bringt neue Werke zur Uraufführung. In ihren Arrangements interpretiert sie bestehendes Material neu und erforscht durch eine ausgeprägte Sensibilität für instrumentale Ansätze Erinnerung und Erzählung.
Ben Nobuto (geb. 1996) ist ein britisch-japanischer Komponist, Pianist und Produzent, der in London lebt. Mit einem Stil, der als „äußerst zeitgenössisch“ (Manchester Collective) und „klanglich umwerfend“ (RPS Awards) beschrieben wird, beschäftigt sich seine Musik mit Themen wie Aufmerksamkeit und Fragmentierung, wobei er auf spielerische, ironische und surreale Weise Anleihen bei der Internetkultur und populären Ausdrucksformen nimmt. Er kombiniert häufig akustische und elektronische Klänge und interessiert sich dafür, wie Prozesse des einen auf das andere übertragen werden können, sowie für die Beziehung zwischen dem „Menschlichen“ und dem „Nicht-Menschlichen“ im Kontext einer Live-Performance.
Lukas Beyer (geb. 1997) ist djytb, djytb ist ____________. Zum Beispiel hat er ein IKEA-Regal in ein Soundsystem umgebaut (Kallax Soundsystem, 2022), einen musikalischen Kurzfilm gedreht (Official Music Video, 2025) und versteht Konzerte als performative Setzungen. Seine Musik wurde von In Unison (Brüssel) und 76666 (Karlsruhe) veröffentlicht.
Aktuell
Ausstellung
SYZYGY
Caroline Anderson
Eröffnung:
Freitag, 16. Oktober 2026, 19 Uhr
Über die Ausstellung:
SYZYGY
(Subst. eine Konstellation von Himmelskörpern; ein Moment, in dem getrennte Körper kurzzeitig auf einer gemeinsamen Linie liegen.)
Vor der Uhr war der Schatten.
Licht wanderte über Stein. Gezeiten stiegen und zogen sich zurück. Vögel verschwanden und kehrten wieder. Körper schliefen, bluteten, erwachten, hungerten. Die Welt maß die Zeit durch Veränderung.
Wir begannen, diese Bewegungen in anderen Formen festzuhalten: eine in eine Oberfläche geritzte Markierung, eine durch den Himmel gezogene Linie, eine Glocke, ein Zifferblatt, eine Zahl. Mit jeder Übersetzung wurde etwas präziser, während etwas anderes verloren ging.
Und doch bleiben die älteren Signale bestehen. Die Sonne zieht über uns hinweg. Der Mond zieht am Wasser. Eine mineralische Oberfläche erinnert an Haut. Ein Objekt erscheint zugleich ausgegraben und unvollendet, uralt und noch nicht hier.
Dann beginnen sich die Unterscheidungen aufzulösen. Stein wird zum Instrument, Instrument wird zu Körper, Körper wird zum Maß. Eine Oberfläche reflektiert Licht und wird von ihm verändert. Eine Form ähnelt einem Organismus, bis sie beginnt, einer Maschine zu gleichen – als wäre die Maschine nur eine andere Art, den Organismus zu benennen.
Relikt, Gerät, Präparat, Bild: Jedes Wort kommt ein wenig zu spät und beschreibt das Ding erst, nachdem es bereits etwas anderes geworden ist.
Die Kategorien vermehren sich weiter um das herum, was sie nie ganz zu fassen vermögen. Natürlich und künstlich. Vergangenheit und Zukunft. Lebendig und leblos. Signal und Rauschen. Die Begriffe beginnen, einander zu umkreisen, sich zu kreuzen, ihre Positionen zu tauschen und für einen kurzen Moment denselben Raum einzunehmen. Die Sprache greift nach außen und findet nur noch mehr Sprache: einen weiteren Namen, eine weitere Grenze, einen weiteren Versuch, festzuhalten, was bereits in Bewegung ist.
Für einen Moment berühren sich unterschiedliche Maße. Ein Körper, ein Schatten, eine Maschine, ein ferner Stern treten kurzzeitig miteinander in Beziehung. Die Konstellation erzeugt den Anschein von Ordnung – oder vielleicht ist Ordnung nur das, wonach die Konstellation aussieht, wenn man sich in ihrem Inneren befindet.
Und innerhalb dieser Konstellation hat bereits alles begonnen, auseinanderzudriften.
Über die Künstlerin:
Caroline Anderson ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, Autorin und Kuratorin, deren Praxis Skulptur, Installation, digitale Medien und Fiktion umfasst. In ihrer Forschung untersucht sie Technologie als eine sich wandelnde historische Kategorie, durch die Systeme des Wissens, der Wahrnehmung und der gesellschaftlichen Organisation sowohl strukturiert als auch destabilisiert werden. Ihr Interesse gilt Momenten, in denen etablierte Unterscheidungen ins Wanken geraten und neue Formen von Bedeutung entstehen. Dabei betrachtet sie die Gegenwart als einen Zustand, in dem sich Artefakt und Organismus, überlieferte Geschichten und spekulative Zukünfte zunehmend überlagern.
Anderson zeigte Einzelausstellungen unter anderem bei Oregon Contemporary, in der Farmer Family Gallery der Ohio State University, bei OTOT Studios und in der Neon Heater Gallery. Ihre Arbeiten waren zudem in zahlreichen Ausstellungen in den USA und international zu sehen. Sie nahm an Residenzprogrammen des Digital Stone Project in Gramolazzo, Italien, bei 33OC in Toffia, Italien, am Aldea Centre for Contemporary Art, Design, and Technology in Bergen, Norwegen, sowie an der Kunsthalle am Hamburger Platz in Berlin teil.
Sie erwarb ihren BFA in Fine Arts mit einem Zertifikat in Critical Visions an der University of Cincinnati und ihren MFA in Art and Technology an der University of Oregon. Sie ist Assistant Professor für Artificial Intelligence and Creative Practice an der University of Texas at Austin.
2024 gründete Anderson Solar Noon, eine Galerie für zeitgenössische Kunst und einen Projektraum in Cincinnati. Solar Noon unterstützt Künstler bei der Entwicklung materiell und konzeptuell experimenteller Projekte, die auf gegenwärtige Bedingungen und den spezifischen Kontext des Mittleren Westens reagieren.
English Information:
About the Exhibition:
SYZYGY
(n. an alignment of celestial bodies; a moment in which separate bodies briefly occupy a shared line.)
Before the clock, there was shadow.
Light moved across stone. Tides rose and withdrew. Birds disappeared and returned. Bodies slept, bled, woke, hungered. The world kept time by changing.
We began to catch these movements in other forms: a mark cut into a surface, a line drawn through the sky, a bell, a dial, a number. With each translation, something became more precise and something else slipped away.
Still, the older signals remain. The sun moves overhead. The moon pulls at the water. A mineral surface resembles skin. An object appears at once excavated and unfinished, ancient and not yet here.
Then the distinctions begin to loosen. Stone becomes instrument, instrument becomes body, body becomes measure. A surface reflects light and is changed by it. A form resembles an organism until it begins to resemble a machine, as though the machine were only another way of naming the organism.
Relic, device, specimen, image: each word arrives slightly too late, describing the thing only after it has already become something else.
The categories continue to multiply around what they cannot quite contain. Natural and artificial. Past and future. Living and inert. Signal and noise. The terms begin to orbit one another, crossing, exchanging positions, briefly occupying the same space. Language reaches outward and finds only more language: another name, another boundary, another attempt to hold still what is already moving.
For a moment, different measures touch. A body, a shadow, a machine, a distant star fall briefly into relation. The alignment produces the appearance of order, or perhaps order is only what the alignment looks like from inside it.
And inside the alignment, everything has already begun to drift.
About the Artist:
Caroline Anderson is an interdisciplinary artist, writer, and curator working across sculpture, installation, digital media, and fiction. Her research examines technology as a shifting historical category through which systems of knowledge, perception, and social organization are both structured and destabilized. She is drawn to moments when established distinctions become unstable and new forms of meaning emerge, approaching the present as a condition in which artifact and organism, inherited histories and speculative futures, begin to overlap.
Anderson has presented solo exhibitions at Oregon Contemporary, the Ohio State University Farmer Family Gallery, OTOT Studios, and the Neon Heater Gallery, among others. Her work has also been included in exhibitions nationally and internationally. She has participated in residencies at the Digital Stone Project in Gramolazzo, Italy; 33OC in Toffia, Italy; the Aldea Centre for Contemporary Art, Design, and Technology in Bergen, Norway; and Kunsthalle am Hamburger Platz in Berlin.
She received her BFA in Fine Arts with a certificate in Critical Visions from the University of Cincinnati and her MFA in Art and Technology from the University of Oregon. She is an Assistant Professor of Artificial Intelligence and Creative Practice at the University of Texas at Austin.
In 2024, Anderson founded Solar Noon, a contemporary art gallery and project space in Cincinnati that supports artists in developing materially and conceptually experimental projects responsive to contemporary conditions and the particular context of the Midwest.