restlessness
AKMAR und Ana Loureiro

Dokumentation:

Eröffnung:

Freitag, 30. Juni 2023, 19 Uhr

Künstlergespräch:

Sonntag, 23. Juli 2023, 16 Uhr

 

„Let the night teach us what we are, and the day what we should be.“ Thomas Tryon (1691)

Öffnungszeiten:

Donnerstag und Freitag 17-19 Uhr
Samstag und Sonntag 14-17 Uhr

 

Bevor elektrisches Licht erfunden wurde, gab es eine großen Unterschied zwischen dem Leben in den Nächten und jenem am Tag. Die Nacht hatte ihre eigene Kultur mit eigenen Regeln, Gerüchen und Geräuschen. Laut des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau waren wir die Hälfte unseres Lebens blind. Lange Zeit wurde die Nacht lediglich als Überbleibsel des Tage gesehen aber die Nacht ist ein vollwertiger Teil des Tages.

Die tunnelgleichen Räumen des Kunstraum 34, ohne Fenster werden von  Ana Loureiro und AKMAR in Aufruhr versetzt, es zeigt sich eine Kraft, die scheinbar neben uns existiert. Unsere rastlosen Geister erwecken Gefühle, die konsequent Symptome hervorbringen, die in verschiedenen Bereichen des Körpers auftauchen. Die Unfähigkeit, sich zu beruhigen, führt zu unzähligen psychischen Zuständen, die uns dazu bringen in einen intensiven Dialog mit Utopie und Realität zu treten. Dabei voll und Ganz das Hier und Jetzt ignorierend und zwischen der Vergangenheit und der Zukunft changierend.

In der aktuellen Ausstellung zeigen die Künstlerinnen, was sie in unterschiedlichen Momenten umtreibt. Rastlosigkeit als Titel, verbindet die gezeigten Arbeiten.

Ana Loureiro  fokussiert auf ihre Beziehung zu ihrem Zuhause während der Pandemie. Sie spricht nicht nur eine körperliche Beziehung mit dem Raum an, sondern zielt auf das Auflösen der Grenzen zwischen der privaten und der öffentlichen Sphäre sowie den psychologischen Folgen der nacheinander stattgefundenen Lockdowns.

 

AKMAR fordert sich selbst heraus, indem sie sich Materialien zuwendet, deren Beschaffenheiten ihr noch nicht vertraut sind. Die Dekonstruktion ist für sie ein Weg, etwas auf neue Art und Weise zu betrachten. “Ich versuche die Poesie der Dinge in den Dingen selbst zu sehen. I bin fasziniert von  Dysfunktionalität. Praktisch alles hat oder sollte eine Funktion besitzen. Wenn diese Rolle mit der Zeit verschwindet, weil Moden oder andere Veränderungen den Nutzen verwaschen, erst dann weiß ich es zu schätzen.  Beispielsweise liebe ich es, mit veralteter Software zu arbeiten, mit übriggebliebenen Teilen und kostenlosen Materialien. Aber auch Objekte meiner eigenen Geschichte wie Fellmäntel, die von drei Generationen getragen wurden oder Zeichnungen, die ich in meiner Kindheit bis heute angefertigt habe, werden in meine Arbeiten integriert. Ich glaube an den von Ovid beschriebenen Zyklus: „Alles ändert sich, nichts vergeht“.  Ohne ein politisches oder aktivistisches Urteil fällen zu wollen,berührt meine Arbeit die Art und Weise, wie wir mit Materialien umgehen und wie wir konsumieren. Wie auch immer, meine Meinung spielt keine Rolle, ich will vielmehr das Material  für sich sprechen lassen. I stelle lediglich den Raum zur Verfügung, wo es einfach sein kann. “

Im Ausstellungsraum wird es möglich sein, den Austausch zwischen den zwei Künstlerinnen nachzuverfolgen, der sich über einige Monat einzog. Dieser basierte auf Bildern, ergänzt mit Textnachrichten. Der Inhalt bezog sich auf ihren momentan Zustand und was jede an diesem speziellen Tag beunruhige.

 

Before the introduction of gaslight, there was a big difference between life at night and during the day. The night had its own culture, with its own rules, smells and sounds. According to the French philosopher Jean-Jacques Rousseau, we were blind for half our lives. For a long time, the night was regarded only as the residue of the day. But the night is a full-fledged part of the day.

In the tunnel-shaped spaces, without windows, of Kunstraum 34, Ana Loureiro and AKMAR present their turmoil, a force that exists alongside us. Our restless minds disseminate emotions that consequently cause symptoms that lodge in various parts of the body. The inability to calm down leads to various psychic states which cause us to live in a tense dialogue between utopia and reality. Ignoring the here and now and swinging between the past and the future.

In the exhibition the artists present what disquiet them in different moments. Restlessness is the material that agglutinates the projects presented.

Ana Loureiro’s works displayed at K34 focus on her relationship with her house during the pandemic period. The artist addresses not only the physical relationship with a space, but also issues related to the dissolution of boundaries between the private and public sphere and the psychological effects of successive lockdowns.

AKMAR challenges herself by working with materials she is not yet familiar with. Deconstructing is a way for her to look at something anew. “I try to see the poetry of things in things themselves. I am fascinated by dysfunctionality. Practically everything has or should have a function. When this role disappears due to age, fashion or some other ingredient that blurs the use of the thing, only then I begin to appreciate it.  For instance, I like to work with; obsolete software, leftover parts, materials offered for free. But also, items from my own history such as: fur coats worn by three generations or drawings, from my childhood until now, are cut up into new works. I believe in the cycle described so well by Ovidius: ‚Everything changes, nothing perishes‘.  Without wanting to make a political or activist judgment about it, my work does touch on how we deal with materials and how I, we consume. However, my opinion does not matter in the work because I want to let the material speak for itself. I just create space for it to be itself.

In the exhibition space, it will be possible to observe the exchange of correspondence between the two artists that took place over several months. This online exchange was based on images complemented with text messages. The content of this correspondence depended on their state of mind and what was unquieting them on that particular day.