Aktuell
Performance
Paarungszeit
Cindy Cordt und Oliver Herrmann
Performance:
Samstag, 7. Oktober 2023, 19:00 Uhr
Über die Veranstaltung:
„Die soziale Welt setzt sich aus sich ständig reproduzierenden und zugleich in Veränderung begriffenen Ensembles von Praktiken zusammen (…). Praktiken sind sich in der Zeit wiederholende und sich im Raum verbreitende Aktivitäten (…), die von menschlichen Akteuren in ihrer Körperlichkeit ebenso getragen werden wie von anorganischen oder organischen Entitäten, das heißt von Artefakten.“
Dieses Zitat aus der Publikation Spätmoderne in der Krise von Andreas Reckwitz und Harmut Rosa bringt es auf den Punkt: Wir haben Verantwortung mit unseren täglichen Handlungen und in dem Zusammenspiel mit anderen Menschen. Performance als Kunstform spiegelt dieses Zusammenspiel von Menschen im Raum und kann und sollte zum Nachdenken über unser Verhalten und die Rolle in der Gesellschaft anregen. In der Veranstaltungsreihe Paarungszeit treffen sich zwei Künstler*innen, die mit performativen Mitteln oder mit raumgreifenden Arbeiten, die Beziehung zu Betrachter*innen suchen. In Kooperation mit dem Stuttgarter Filmwinter finden sich diesmal ganz konkret die Performerin Cindy Cordt und der mit visuellen Bildwelten und Sound arbeitende Künstler Oliver Herrmann zur Recherche und gemeinsamen Konzeption im Kunstraum 34. Das Zusammentreffen zweier Körper, die mit unterschiedlichen Medien aufeinander Bezug nehmen, findet hauptsächlich vor Ort statt und lässt größtmögliche Freiheiten und Offenheit für Entwicklungen, die schließlich in einer gemeinsamen Aktion am 7. Oktober im Raum präsentiert werden. Ausgangspunkt der beiden Künstler*innen ist das Thema „Wasser“.
In Kooperation mit:
Aktuell
Ausstellung
Wovon wir träumen
Marla Fischinger und Johannes Ocker
Termine:
Eröffnung:
Freitag, 26. Juni 2026, 19 Uhr
Finissage mit cozyclub:
Sonntag, 26. Juli 2026
Über die Ausstellung:
Der Begriff des Träumens lässt sich unterschiedlich ausrichten: vom nächtlichen Träumen im Schlaf über das Träumen im Sinne von Erinnern, Schwelgen, Reflektieren und Nachfühlen bis hin zu einem hoffnungsvollen, visionären Blick in die Zukunft. Immer setzt Träumen dem Ist-Zustand etwas entgegen und eröffnet Momente innerer Distanz, Verschiebung und Imagination. In Zeiten persönlicher wie globaler Krisen erscheinen solche Zustände als fragile, aber notwendige Räume, um sich zu stabilisieren, zu verorten und Zusammenhänge neu zu denken.
In der Ausstellung Wovon wir träumen nähern sich Marla Fischinger und Johannes Ocker in Foto- und Videoinstallationen sowie Cyanotypien unterschiedlichen Facetten des Träumens. Die Arbeiten bewegen sich dabei zwischen landschaftlichen, (nicht-)körperlichen und emotionalen Bildräumen und eröffnen Perspektiven auf verschiedene Zustände von Wahrnehmung, Erinnerung und Vorstellungskraft.
Über die Künstler*innen:
Marla Fischinger ist visuelle Künstlerin mit einer textbasierten Praxis.
Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit stehen Fragen zu Zuständen emotionaler Fragilität und psychischer Instabilität sowie deren Wechselwirkungen mit Körper und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen entstehen Arbeiten, die sich zwischen autofiktionaler Reflexion, wissenschaftlichen Referenzen und Inszenierung bewegen und in denen sich innere Zustände bildlich, sprachlich und räumlich manifestieren.
Sie arbeitet mit Text in Verbindung mit Medien wie Fotografie, Video und Zeichnung; lyrische und prosaische Texte sind dabei integraler Bestandteil installativer Setzungen. Sie studierte bis 2024 an der ABK Stuttgart bei Prof. Birgit Brenner, Prof. Reto Boller, Anike Joyce Sadiq und Flaka Haliti
Johannes Ocker fotografiert. Sein Werk ist geprägt von einer subtilen Ironie, die seine tiefe Auseinandersetzung mit ethischen Fragen im Kontext von Mensch, Tier und Zivilisation durchdringt. Ein zentrales Moment ist dabei der phänomenologische Blick auf die Natur und das Erinnerungspotential vorgefundener Orte. Gegenwärtig studiert er als Meisterschüler im Weißenhofprogramm an der ABK Stuttgart.
Über cozyclub:
Begleitend zur Ausstellung und als Teil des Vermittlungsprogramms wird zur Finissage am 26.07.2026 ein cozyclub veranstaltet.
cozyclub ist eine von Marla Fischinger initiierte Veranstaltungsreihe mit Fokus auf elektronischer (Live-)Musik, die der zunehmend schnelllebigen und konsumorientierten Clubkultur bewusst etwas entgegensetzt. Der Begriff der Listening Session sowie der Coziness ist dabei zentral für die räumliche und akustische Gestaltung. Ein Wohlfühlort, in dem man sich frei bewegen darf, an dem es kuschelig wird und die Verbindung zwischen Publikum und Musik im Vordergrund steht. Ziel ist es dabei, die Hörerfahrung an erste Stelle zu setzen.
Für die zweite Ausgabe des cozyclub wird Marla Fischinger Positionen einladen, sich mit ihrer Videoarbeit Durst akustisch auseinanderzusetzen.