Eröffnung:
Freitag, 2. November 2018, 20:00 Uhr
Einführung mit Anja Rumig, Kunstwissenschaftlerin
Über die Ausstellung:
Die Bildhauerei von Johannes Weiß gibt dem Körper eine Form. Sie bringt ihr Stabilität, in dem sie sie mit den Dingen konfrontiert, die weder materiell noch statisch sind. Mit Sprache beispielsweise, oder mit Regelsystemen. Die Präsentation der Skulpturen auf ihren korrespondierenden weißen Sockeln, ihr Verhalten zueinander im Raum, ist wie eine Partitur, oder unterliegt einer eigenen Grammatik. Diese ist Sprache und Text und stellt Determinierungen und Regeln auf, innerhalb derer die Skulpturen agieren. Die Titel der Werke verweisen auf ihr Wesen als Meditationen über mögliche architektonische Räume, hypothetische Figuren oder Territorien. Man könnte ihre Sprache mit den formalen Aspekten brutalistischer Architektur oder modernistischer Formen vergleichen, die auf ästhetischer Ebene ihre kongruierenden Elemente behalten.
Aktuell
Theater
Beautiful and daily Stonings (the Sleeping Wife)
ein Theaterstück von Art Territories Collective
Über das Stück:
Beautiful and daily Stonings (the Sleeping Wife) ist inspiriert von Talia, Sonne und Mond, der Erzählung, die Giambattista Basile 1634 verfasste und aus der sich Jahrhunderte später Dornröschen entwickelte.
Während die Tradition darin eine Liebesgeschichte und ein glückliches Schicksal sieht, verweilt dieses Stück in den dunkleren Bereichen der Erzählung: dem schlafenden, verlassenen Körper, dem Verlangen, der Macht und der Gewalt. Im Wechsel zwischen fiktionalen Bezügen und dem ständigen Echo realer Fälle im Zusammenhang mit dem berüchtigten „Schlaf-Inhalt“ durchbohrt das Stück die glänzende Oberfläche des Märchens und legt offen, was hinter dem Versprechen eines Happy Ends verborgen liegt.
Infos:
Datum: 18. und 19. September 2026, je 19 Uhr
Dauer: 1 Std. 15 Min.
Team: Karina Pino Gallardo (Regie, Text und Darstellerin), Emilia Dorr (Regieassistenz und Darstellerin), Maya Siegle (Darstellerin), Carlos Hernández (Sounddesign), Videos: Dayani Muñoz
Über die Künstlerin:
Karina Pino Gallardo ist eine kubanische Theaterregisseurin, Performerin und Kunstwissenschaftlerin, die in Deutschland lebt.
In ihrer Arbeit setzt sie sich mit Konzepten wie Erinnerung, Gewalt und Macht auseinander und schafft immersive Performances und Theaterstücke, in denen dokumentarische Ansätze und Fiktion miteinander verschmelzen. Im Rahmen verschiedener Künstlerresidenzen (Portugal, Deutschland, Spanien, Italien, Chile, Kolumbien, Kuba), Festivals und kreativer Plattformen hat sie internationale Projekte entwickelt und mit zahlreichen Künstlern und Institutionen in ganz Europa und Lateinamerika zusammengearbeitet. Ihre Theaterstücke und Performances wurden in den letzten sechs Jahren europaweit aufgeführt.