Programm:
Samstag, 25. November 2017, 19:30 Uhr
Rumeurs d’Europe
Samstag, 25. November 2017, 21:30 Uhr
Inside Out
Sonntag, 26. November 2017, 18:00 Uhr
Pierrots Abbrechen
Gefördert von:
Musikfonds e. V., Innovationsfonds, Stadt Stuttgart und S-K-A-M e. V.
Rumeurs d’Europe
Besetzung:
Nikola Lutz (Saxofon, Tárogató)
Céline Papion (Violoncello)
Agata Ziȩba (Bratsche, Geige)
Armin Sommer (Perkussion)
Über die Veranstaltung:
Die Veränderlichkeit des Menschen durch den Einfluss seines Aufenthaltsortes stehen im Mittelpunkt des Projekts. Ying Wang aus China untersucht die Facetten des deutschen Ausrufs „ach“ und nähert sich einem Sprachgefühl, das sie umgibt, ihr aber dennoch fremd ist. Francesco Filidei komponiert „Gagliarda“ aus Zorn über den nicht auftauchenden Zug, mit dem er nach Paris wollte, wo Ricardo Nillni Klänge unterschiedlicher Herkunft aufeinander prallen lässt. Welche Arten von Kontakt können Kulturen zueinander haben? Was für Transformationen entstehen dabei? In Rumeurs d’Europe laden polnische, französische und deutsche Reisende das Publikum zu live erlebten interkulturellen Prozessen ein.
Ricardo Nillni (F), Laura Manolache (Rumänien), Ying Wang (China), Matthias Kaul (D) – Komposition
Gefördert durch:
Baden-Württemberg – Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Inside Out
Besetzung:
Natasha López (Violine, Stimme)
Über die Veranstaltung:
Das Projekt Inside Out setzt sich mit den Themen Wahrnehmung und Grenzen auseinander. In einem Dialog zwischen Geige und Stimme drückt die Sängerin Natasha López, die sich selbst auf der Geige begleitet, die Bindungen und Verbindungen zwischen Innerem und Äußerem aus. Durch 4 Uraufführungen von Cheng, Pope, Canedo und Rosani werden Fragen über die Wahrnehmung gestellt und inwieweit sie eine Rolle an der Grenze zwischen Mensch und Realität spielt. Wie nimmt der heutiger Mensch die Welt wahr? Wo sind die Grenzen zwischen drinnen und draußen? Was passiert, wenn Menschen Grenzen überschreiten? Haben Menschen verschiedene Konzepte über wo die Grenzen sind? Ab welchem Punkt empfindet man einen Übergriff?
Pierrots Abbrechen
Besetzung:
Kommas Ensemble feat. Reactive Ensemble
Julia Spies (Sprechgesang)
Giovanni Biswas (Tenor, Sprecher)
Christian Vásquez Miranda (Flöte)
Merve Kazokoglu (Klarinette)
Jessica Ling (Geige)
Bernhard Rath (Cello)
Alberto Carnevale Ricci (Klavier)
Pablo Drucker (Dirigent)
Remmy Canedo (Komponist, Elektronik, Visualisierung)
Francisco C. Goldschmidt (Komponist, künstlerische Leitung)
Über die Veranstaltung:
Das Konzert verbindet die musikalische (Kommas Ensemble) und audiovisuelle (Reactive Ensemble) Aufführung von drei unterschiedlichen Melodramen. Das zentrale Melodrama wird Pierrot lunaire op. 21 (1912) von Schönbergs sein, das aus 21 Gedichten von Giraud für weibliche Sprechstimme und Kammerensemble besteht. Zwei neue Melodramen werden Schönbergs op. 21 zwischen seinen drei Teilen mit einer kontrastierenden Konzeption für eine männliche Stimme, Kammerensemble und Live-Elektronik unterbrechen. Die Inszenierung aller drei Werke wird durch Video in Echtzeit ausgeführt, um die Evokationen der Handlung hervorzuheben.
Gefördert durch:
Stiftung Landesbank Baden-Würrtemberg
In Kooperation mit:
Gefördert durch:
Aktuell
Ausstellung
Synchronized Collapse
Wagehe Raufi und Martin Dörr
Eröffnung:
Freitag, 9. Januar 2026, 19:00 Uhr
Artist Talk:
Freitag, 16. Januar 2026, 18:00 Uhr
Über die Ausstellung:
Die Tasche des Janitors (dt. Hauswart*in), gefüllt mit Schlüsseln, Werkzeugen und Überresten bevorstehender und vergangener Reparaturen, wird zum Ausgangspunkt einer multimedialen Installation über Ordnung, Kontrolle und die Arbeit an Systemen, die nur scheinbar stabil sind. Martin Dörr und Wagehe Raufi untersuchen den Tascheninhalt als chaotisches Archiv. Metallstücke, Kabelreste, Gefundenes und Verlorenes erzeugen Klang und Reibung; die materielle Collage wird im Analogen und in der digitalen Simulation zum klirrenden Erzählenden. Durch Greifbewegungen lösen die Künstler*innen Kettenreaktionen aus, in denen Objekte kippen, Dinge entgleiten, aus der Tasche fallen und fragile Gleichgewichte kollabieren. „Synchronized Collapse“ macht die Dinge zu Akteur*innen einer choreografierten Störung und zeigt den Janitor als Hüter*in eines empfindlichen Systems.
Martin Dörr arbeitet als Künstler und System-/Game-Designer in Berlin und untersucht kollektive Verhaltensweisen sowie die Dynamik komplexer, mehr-als-menschlicher Systeme. Wagehe Raufi erforscht die Schnittstelle zwischen materieller Präsenz und digitaler Fragilität und lässt virtuelle Räume mit Archivspuren, Bildern, Texturen und physischen Setzungen verschmelzen. Gemeinsam entwickeln sie ein Labor der innewohnenden Instabilität und Störung, die Räume und Systeme funktionsfähig halten.
Über die Künstler*innen:
Martin Dörr (1990, Pirmasens) ist ein in Berlin lebender Künstler und System/Game Designer. Er hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und einen M.A. in System/Game Design von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. 2018/19 studierte er mit einem DDA-Stipendium an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Seine künstlerische Arbeit wurde international ausgestellt; seine praktische und theoretische Forschung wurde u. a. durch das Deutschlandstipendium, den Marielies-Schleicher-Preis und die Stiftung Kunstfonds gefördert. Seit 2015 ist Dörr Mitglied von Blockadia*Tiefsee, einem interdisziplinären Kollektiv, das technologische und ökologische Transformationsprozesse durch künstlerische Forschung und partizipative Formate untersucht.
Wagehe Raufi (1990, Dissen am Teutoburger Wald) ist bildende Künstlerin und war zuletzt Stipendiatin der Hessischen Kulturstiftung in der Cité internationale des Arts in Paris. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundespreis für Kunststudierende (2021), einem DAAD-Stipendium für ein Auslandssemester an der Central Academy of Fine Arts in Peking (2018) sowie dem SYN Award für interdisziplinäre Forschung (2017), der mit einer Residenz in den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau verbunden war. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt u. a. in der Kunsthalle zu Kiel (2025), im Kunstverein Arnsberg (2024), im Historischen Museum Frankfurt (2024) und in der Bundeskunsthalle Bonn (2021).
Kuration:
Eva Dörr und Juli Gebhardt
In Kooperation mit:
Gefördert durch: