Aktuell
Ausstellung
Mould Takeover
Finding the Wild
Eröffnung:
Freitag, 14. März 2025, 18:00-21:00 Uhr
Finissage:
Sonntag, 6. April 2025, 14:00-17:00 Uhr
mit Artist Talk (tbc)
Über die Ausstellung:
Schimmelpilze sind mikroskopisch kleine Organismen, die eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Stoffen spielen. In der freien Natur findet man Schimmelpilze dort, wo sich die Vegetation zersetzt. In Innenräumen jedoch sind Schimmelpilze die stillen Feinde der Gebäude. Die durch den Raum schwebenden Sporen setzen sich in feuchten und nassen Umgebungen fest, besiedeln Räume und setzen giftige Mykotoxine frei, die für die menschliche Gesundheit schädlich sind. Wenn eine Verkettung unglücklicher Umstände eintritt und die Ursachen nicht behoben werden, kann die Situation schnell eskalieren. Dies war leider auch im Kunstraum 34 der Fall und führte zur Schließung des Hauptausstellungsraums im Untergeschoss des Atelierhauses in der Filderstraße 34 seit Juli 2024.
Das Künstlerduo Finding the Wild hat eine ortsspezifische Antwort auf die entstehenden Schimmelkolonien geschaffen. Im Eingangsbereich des Vereins im Erdgeschoss, der als temporärer Ersatzausstellungsraum genutzt wird, präsentieren sie eine immersive Mixed-Media-Installation. Zunächst untersuchen die Künstler*innen die vorhandenen Sporen, um eine dreidimensionale Abbildung dieser zu erstellen, die dann im Laufe der dreiwöchigen Ausstellung durch den Raum wächst. Die Arbeit zeigt die kolonisierenden Schimmelpilze, indem die Skulpturen zu aktiven Objekten werden, die ihre Umgebung verschlucken und den Betrachter*innen den Weg versperren.
Über die Künstler*innen:
Finding the Wild (Jazmin Charalambous und Felix Mohr) ist ein interdisziplinär arbeitendes Künstler*innen- und Architekt*innenduo. Ihre ortsspezifischen Arbeiten befassen sich mit dem Verhältnis von Mensch und Umwelt. Sie nutzen Performance und Skulptur um räumliche Erlebnisse und Installationen zu schaffen, die sich mit der komplexen Natur von Wildnis befassen und diese sichtbar machen.
Aktuell
Ausstellung
Synchronized Collapse
Wagehe Raufi und Martin Dörr
Eröffnung:
Freitag, 9. Januar 2026, 19:00 Uhr
Artist Talk:
Freitag, 16. Januar 2026, 18:00 Uhr
Über die Ausstellung:
Die Tasche des Janitors (dt. Hauswart*in), gefüllt mit Schlüsseln, Werkzeugen und Überresten bevorstehender und vergangener Reparaturen, wird zum Ausgangspunkt einer multimedialen Installation über Ordnung, Kontrolle und die Arbeit an Systemen, die nur scheinbar stabil sind. Martin Dörr und Wagehe Raufi untersuchen den Tascheninhalt als chaotisches Archiv. Metallstücke, Kabelreste, Gefundenes und Verlorenes erzeugen Klang und Reibung; die materielle Collage wird im Analogen und in der digitalen Simulation zum klirrenden Erzählenden. Durch Greifbewegungen lösen die Künstler*innen Kettenreaktionen aus, in denen Objekte kippen, Dinge entgleiten, aus der Tasche fallen und fragile Gleichgewichte kollabieren. „Synchronized Collapse“ macht die Dinge zu Akteur*innen einer choreografierten Störung und zeigt den Janitor als Hüter*in eines empfindlichen Systems.
Martin Dörr arbeitet als Künstler und System-/Game-Designer in Berlin und untersucht kollektive Verhaltensweisen sowie die Dynamik komplexer, mehr-als-menschlicher Systeme. Wagehe Raufi erforscht die Schnittstelle zwischen materieller Präsenz und digitaler Fragilität und lässt virtuelle Räume mit Archivspuren, Bildern, Texturen und physischen Setzungen verschmelzen. Gemeinsam entwickeln sie ein Labor der innewohnenden Instabilität und Störung, die Räume und Systeme funktionsfähig halten.
Über die Künstler*innen:
Martin Dörr (1990, Pirmasens) ist ein in Berlin lebender Künstler und System/Game Designer. Er hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und einen M.A. in System/Game Design von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. 2018/19 studierte er mit einem DDA-Stipendium an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Seine künstlerische Arbeit wurde international ausgestellt; seine praktische und theoretische Forschung wurde u. a. durch das Deutschlandstipendium, den Marielies-Schleicher-Preis und die Stiftung Kunstfonds gefördert. Seit 2015 ist Dörr Mitglied von Blockadia*Tiefsee, einem interdisziplinären Kollektiv, das technologische und ökologische Transformationsprozesse durch künstlerische Forschung und partizipative Formate untersucht.
Wagehe Raufi (1990, Dissen am Teutoburger Wald) ist bildende Künstlerin und war zuletzt Stipendiatin der Hessischen Kulturstiftung in der Cité internationale des Arts in Paris. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundespreis für Kunststudierende (2021), einem DAAD-Stipendium für ein Auslandssemester an der Central Academy of Fine Arts in Peking (2018) sowie dem SYN Award für interdisziplinäre Forschung (2017), der mit einer Residenz in den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau verbunden war. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt u. a. in der Kunsthalle zu Kiel (2025), im Kunstverein Arnsberg (2024), im Historischen Museum Frankfurt (2024) und in der Bundeskunsthalle Bonn (2021).
Kuration:
Eva Dörr und Juli Gebhardt
In Kooperation mit:
Gefördert durch: