Eröffnung:
Freitag, 28. September 2018, 20:00 Uhr
Über die Ausstellung:
Bewusst nimmt Andrej Pirrwitz Veränderungen in der Architektur vor, bevor er fotografiert. Oft sind es graue Räume, die vom Künstlerfotografen ausgewählt werden. Hinzufügen, wegnehmen, umstellen, einfärben und entfärben sind die vorbereitenden Tätigkeiten. Indem er Räume reinigt, korrigiert, konzentriert, verzichtet er bewusst auf die Bestätigung des Vorgefundenen. Andrej Pirrwitz bezeichnet sich als Spurenleger, der seine Motive auf mehreren Ebenen modifiziert. Als Resultat auch der Langzeitbelichtung entstehen partielle Unschärfen in einer der Gegenwart enthobenen Lichtsituation. Manuelle Eingriffe konzentrieren sich auf wenige verdichtete Farbspuren, oder gezielte Ortsveränderungen einiger Objekte.
Seine von Gebrauch aufgeladenen Räume werden aus ihrem staubigen Dornröschenschlaf zu neuem Leben erweckt: Auf virtuose und poetische Weise erzeugt Pirrwitz eine Aura der Vergänglichkeit, die Werden und Vergehen beinhaltet. Christoph Tannert (Leiter des Künstlerhaus Bethanien) lässt uns durch Pirrwitz Bilder in „einen „wahrhaft vibrierenden Kosmos aus Licht, Farbspuren und Zeitlosigkeit“ eintreten. Pro Jahr entstehen maximal 15 Farbaufnahmen mit einer 4x5inch-Kamera von Linhoff. Für seine Motive ist der Künstlerfotograf wiederholt in die Ukraine, den Balkan und nach Georgien gereist. Andrej Pirrwitz lebt in Straßburg und Berlin.
Kuration:
Bettina Michel
In Kooperation mit:
Aktuell
Theater
Beautiful and daily Stonings (the Sleeping Wife)
ein Theaterstück von Art Territories Collective
Über das Stück:
Beautiful and daily Stonings (the Sleeping Wife) ist inspiriert von Talia, Sonne und Mond, der Erzählung, die Giambattista Basile 1634 verfasste und aus der sich Jahrhunderte später Dornröschen entwickelte.
Während die Tradition darin eine Liebesgeschichte und ein glückliches Schicksal sieht, verweilt dieses Stück in den dunkleren Bereichen der Erzählung: dem schlafenden, verlassenen Körper, dem Verlangen, der Macht und der Gewalt. Im Wechsel zwischen fiktionalen Bezügen und dem ständigen Echo realer Fälle im Zusammenhang mit dem berüchtigten „Schlaf-Inhalt“ durchbohrt das Stück die glänzende Oberfläche des Märchens und legt offen, was hinter dem Versprechen eines Happy Ends verborgen liegt.
Infos:
Datum: 18. und 19. September 2026, je 19 Uhr
Dauer: 1 Std. 15 Min.
Team: Karina Pino Gallardo (Regie, Text und Darstellerin), Emilia Dorr (Regieassistenz und Darstellerin), Maya Siegle (Darstellerin), Carlos Hernández (Sounddesign), Videos: Dayani Muñoz
Über die Künstlerin:
Karina Pino Gallardo ist eine kubanische Theaterregisseurin, Performerin und Kunstwissenschaftlerin, die in Deutschland lebt.
In ihrer Arbeit setzt sie sich mit Konzepten wie Erinnerung, Gewalt und Macht auseinander und schafft immersive Performances und Theaterstücke, in denen dokumentarische Ansätze und Fiktion miteinander verschmelzen. Im Rahmen verschiedener Künstlerresidenzen (Portugal, Deutschland, Spanien, Italien, Chile, Kolumbien, Kuba), Festivals und kreativer Plattformen hat sie internationale Projekte entwickelt und mit zahlreichen Künstlern und Institutionen in ganz Europa und Lateinamerika zusammengearbeitet. Ihre Theaterstücke und Performances wurden in den letzten sechs Jahren europaweit aufgeführt.