Eintritt:
5 Euro/3 Euro ermäßigt
Mit:
Qianxun Chen, Chik Chi Him, Marion Pelekanou, Viacheslav Romanov, Caroline Schlingemann und Melissa Wedekind
Über die Veranstaltung:
X-Changes ist eine neu gegründete Veranstaltungsreihe für aktuelle Musik, Klangkunst, Performance und angrenzende Disziplinen mit Veranstaltungen in Bremen und Stuttgart. Junge Künstler*innen aus den Freien Szenen von Bremen und Stuttgart werden eingeladen, in der jeweils anderen Stadt Abende zu gestalten, um sich zu präsentieren und zu vernetzen. Die Reihe versteht sich als Plattform für eine Künstler*innengeneration, die Alternativen zum etablierten Kunstbetrieb sucht und sich den Raum für die Verwirklichung ihrer Ideen und Projekte selbst schafft. X-Changes will hierfür ein freier Versuchsraum sein und zugleich dazu beitragen, langfristige Verbindungen und Arbeitsstrukturen entstehen zu lassen.
Über die Künstler*innen:
Qianxun Chen arbeitet als Medienkünstlerin, Programmiererin und Forscherin. Sie bewegt sich vor allem an der Schnittstelle zwischen Sprache, Kunst und digitaler Innovation. Dabei interessiert sie vor allem die Textualität künstlicher Intelligenz in generativer Poesie und die Ästhetik algorhythmusbasierter Kunst.
Chik Chi Him wandelt zwischen verschiedenen performativen Disziplinen, freier Improvisation und Komposition. Sein Ziel ist es stets, performative Praktiken mit musikalischen Genres wie instrumentaler und elektronischer neuer Musik, Noise, audio-visueller Kunst oder Musiktheater zu verbinden und dabei das Feld für beide Sparten zu erweitern. Inhaltlich sowohl von der New Yorker Performance-Szene als auch von den politischen Geschehnissen seiner Heimatstadt Hong Kong geprägt ist ihm die Arbeit in kollaborativen Formaten ein besonderes Anliegen.
Maria Pelekanou geboren 1983 in Thessaloniki, studierte Musiktechnologie und Akustik in Kreta bei N. Valsamakis, P. Kokoras und K. Selamsis. Seit Oktober 2019 absolviert sie den Master in elektroakustischer Komposition an der HfK Bremen bei Prof. Kilian Schwoon. Sie entwickelt Klanginstallationen und wirkt in interdisziplinären Projekten. Ihre Werke wurden u.a. im Festival next_generation im ZKM Karlsruhe, der langen Nacht der Musik in Oldenburg sowie im spanischen Rundfunk RTVE präsentiert.
Melissa Wedekind arbeitet als Sängerin und Performerin. Sie erforscht die klanglichen Spektren von zeitgenössischer Stimmkunst und deren Potenziale für performative Praxis.
Yejun You wurde 1991 in Busan (Südkorea) geboren, wo er von 2009 bis 2018 bei Prof. Yong-shil Park an der Pusan National University im Fach Komposition, Computermusik studiert hat. Seit 2019 studiert er als Masterstudent Elektroakustische Komposition an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Kilian Schwoon.
Information:
Es gelten die zum Veranstaltungszeitpunkt gültigen Regelungen der Coronaschutzverordnung des Landes Baden-Württemberg.
Aktuell
Ausstellung
Synchronized Collapse
Wagehe Raufi und Martin Dörr
Eröffnung:
Freitag, 9. Januar 2026, 19:00 Uhr
Artist Talk:
Freitag, 16. Januar 2026, 18:00 Uhr
Über die Ausstellung:
Die Tasche des Janitors (dt. Hauswart*in), gefüllt mit Schlüsseln, Werkzeugen und Überresten bevorstehender und vergangener Reparaturen, wird zum Ausgangspunkt einer multimedialen Installation über Ordnung, Kontrolle und die Arbeit an Systemen, die nur scheinbar stabil sind. Martin Dörr und Wagehe Raufi untersuchen den Tascheninhalt als chaotisches Archiv. Metallstücke, Kabelreste, Gefundenes und Verlorenes erzeugen Klang und Reibung; die materielle Collage wird im Analogen und in der digitalen Simulation zum klirrenden Erzählenden. Durch Greifbewegungen lösen die Künstler*innen Kettenreaktionen aus, in denen Objekte kippen, Dinge entgleiten, aus der Tasche fallen und fragile Gleichgewichte kollabieren. „Synchronized Collapse“ macht die Dinge zu Akteur*innen einer choreografierten Störung und zeigt den Janitor als Hüter*in eines empfindlichen Systems.
Martin Dörr arbeitet als Künstler und System-/Game-Designer in Berlin und untersucht kollektive Verhaltensweisen sowie die Dynamik komplexer, mehr-als-menschlicher Systeme. Wagehe Raufi erforscht die Schnittstelle zwischen materieller Präsenz und digitaler Fragilität und lässt virtuelle Räume mit Archivspuren, Bildern, Texturen und physischen Setzungen verschmelzen. Gemeinsam entwickeln sie ein Labor der innewohnenden Instabilität und Störung, die Räume und Systeme funktionsfähig halten.
Über die Künstler*innen:
Martin Dörr (1990, Pirmasens) ist ein in Berlin lebender Künstler und System/Game Designer. Er hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und einen M.A. in System/Game Design von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. 2018/19 studierte er mit einem DDA-Stipendium an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Seine künstlerische Arbeit wurde international ausgestellt; seine praktische und theoretische Forschung wurde u. a. durch das Deutschlandstipendium, den Marielies-Schleicher-Preis und die Stiftung Kunstfonds gefördert. Seit 2015 ist Dörr Mitglied von Blockadia*Tiefsee, einem interdisziplinären Kollektiv, das technologische und ökologische Transformationsprozesse durch künstlerische Forschung und partizipative Formate untersucht.
Wagehe Raufi (1990, Dissen am Teutoburger Wald) ist bildende Künstlerin und war zuletzt Stipendiatin der Hessischen Kulturstiftung in der Cité internationale des Arts in Paris. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundespreis für Kunststudierende (2021), einem DAAD-Stipendium für ein Auslandssemester an der Central Academy of Fine Arts in Peking (2018) sowie dem SYN Award für interdisziplinäre Forschung (2017), der mit einer Residenz in den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau verbunden war. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt u. a. in der Kunsthalle zu Kiel (2025), im Kunstverein Arnsberg (2024), im Historischen Museum Frankfurt (2024) und in der Bundeskunsthalle Bonn (2021).
Kuration:
Eva Dörr und Juli Gebhardt
In Kooperation mit:
Gefördert durch: