Aktuell
Ausstellung
Vacant Spaces
Daniel Burkhardt
Eröffnung:
Freitag, 11. Januar 2019, 20:00 Uhr
Einführung mit Markus Kohlbach
Künstlergespräch:
Sonntag, 20. Januar 2019, 15:30 Uhr
Über die Ausstellung:
Die Ausstellung entwirft anhand kulissenhafter Projektionsarchitekturen einen Parcours durch entleerte Räume und versiegelte urbane Oberflächen. In der Bewegung zwischen den Bildflächen entspinnt sich eine räumliche Dramaturgie, die thematisch um den Akt des Sehens und Verstehens kreist. Ausgangspunkt hierfür ist die Annahme, dass der Mensch sich in Form von Geschichten selbst entwirft, sich dort erkennt und auch begreift. Aus dem Chaos unüberschaubarer und mannigfaltiger Wahrnehmungsfragmente knüpft er so ein beständig wachsendes, unendliches Netz der Narration. Die formal reduzierten Videos und Videocollagen der Ausstellung befragen die mentalen Automatismen der Konstruktion von Geschichten und lassen diese selbst beobachtbar werden. Und genau dort, wo assoziative Fäden ins Leere laufen, wo das Gewebe der Narration aufreißt und der verifizierbare Sinn verrutscht, öffnet sich schließlich ein Raum für andere Arten von Geschichte(n).
Über den Künstler:
Daniel Burkhardt studierte audiovisuelle Medien im Fachbereich Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln, wo er seitdem lebt und arbeitet. Seine Videos und audiovisuellen Installationen thematisieren auf spielerische und formal avancierte Weise die menschliche Wahrnehmung als fortwährenden Motor von Begriffs- und Bedeutungskonstruktionen. Seit 2004 werden seine Arbeiten in internationalen Ausstellungen und Screenings in Museen, Kunstvereinen und auf Filmfestivals präsentiert, darunter das Centre Pompidou Paris, Museum Reina Sofia Madrid, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, New York Video Festival, Internationales Filmfestival Rotterdam und die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. 2009 hatte er seine erste umfassende Einzelausstellung im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl. Es folgten weitere Einzelpräsentationen unter anderem in der Zendai Contemporary Art Exhibition Hall, Shanghai sowie im Bochumer Kunstverein. Daniel Burkhardt erhielt zahlreiche Preise, darunter den GWK-Förderpreis Kunst und den Marler Video-Kunst-Preis. 2012 wurde ihm das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds zugesprochen. 2015 gewann er den Preis für Film und Video beim Stuttgarter Filmwinter (mit Douwe Dijkstra) und erhielt dort 2017 eine lobende Erwähnung in der Kategorie Medien im Raum. Daniel Burkhardt ist Mitglied der Jury Medien im Raum und Network Culture beim 32. Stuttgarter Filmwinter – Festival for Expanded Media vom 17.01. – 20.01.2019.
In Kooperation mit:
Aktuell
Ausstellung
Synchronized Collapse
Wagehe Raufi und Martin Dörr
Eröffnung:
Freitag, 9. Januar 2026, 19:00 Uhr
Artist Talk:
Freitag, 16. Januar 2026, 18:00 Uhr
Über die Ausstellung:
Die Tasche des Janitors (dt. Hauswart*in), gefüllt mit Schlüsseln, Werkzeugen und Überresten bevorstehender und vergangener Reparaturen, wird zum Ausgangspunkt einer multimedialen Installation über Ordnung, Kontrolle und die Arbeit an Systemen, die nur scheinbar stabil sind. Martin Dörr und Wagehe Raufi untersuchen den Tascheninhalt als chaotisches Archiv. Metallstücke, Kabelreste, Gefundenes und Verlorenes erzeugen Klang und Reibung; die materielle Collage wird im Analogen und in der digitalen Simulation zum klirrenden Erzählenden. Durch Greifbewegungen lösen die Künstler*innen Kettenreaktionen aus, in denen Objekte kippen, Dinge entgleiten, aus der Tasche fallen und fragile Gleichgewichte kollabieren. „Synchronized Collapse“ macht die Dinge zu Akteur*innen einer choreografierten Störung und zeigt den Janitor als Hüter*in eines empfindlichen Systems.
Martin Dörr arbeitet als Künstler und System-/Game-Designer in Berlin und untersucht kollektive Verhaltensweisen sowie die Dynamik komplexer, mehr-als-menschlicher Systeme. Wagehe Raufi erforscht die Schnittstelle zwischen materieller Präsenz und digitaler Fragilität und lässt virtuelle Räume mit Archivspuren, Bildern, Texturen und physischen Setzungen verschmelzen. Gemeinsam entwickeln sie ein Labor der innewohnenden Instabilität und Störung, die Räume und Systeme funktionsfähig halten.
Über die Künstler*innen:
Martin Dörr (1990, Pirmasens) ist ein in Berlin lebender Künstler und System/Game Designer. Er hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und einen M.A. in System/Game Design von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. 2018/19 studierte er mit einem DDA-Stipendium an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Seine künstlerische Arbeit wurde international ausgestellt; seine praktische und theoretische Forschung wurde u. a. durch das Deutschlandstipendium, den Marielies-Schleicher-Preis und die Stiftung Kunstfonds gefördert. Seit 2015 ist Dörr Mitglied von Blockadia*Tiefsee, einem interdisziplinären Kollektiv, das technologische und ökologische Transformationsprozesse durch künstlerische Forschung und partizipative Formate untersucht.
Wagehe Raufi (1990, Dissen am Teutoburger Wald) ist bildende Künstlerin und war zuletzt Stipendiatin der Hessischen Kulturstiftung in der Cité internationale des Arts in Paris. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundespreis für Kunststudierende (2021), einem DAAD-Stipendium für ein Auslandssemester an der Central Academy of Fine Arts in Peking (2018) sowie dem SYN Award für interdisziplinäre Forschung (2017), der mit einer Residenz in den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau verbunden war. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt u. a. in der Kunsthalle zu Kiel (2025), im Kunstverein Arnsberg (2024), im Historischen Museum Frankfurt (2024) und in der Bundeskunsthalle Bonn (2021).
Kuration:
Eva Dörr und Juli Gebhardt
In Kooperation mit:
Gefördert durch: