Programm:
NOISE-BRIDGE // MUSES, 20:00 Uhr
Janneke van der Putten, 21:15 Uhr
Besetzung:
Felix Behringer – Klarinetten
Christie Finn – Stimme
Janneke van der Putten – Stimme
Eintritt:
NOISE-BRIDGE: 8 Euro/5 Euro ermäßigt
Janneke van der Putten: Eintritt frei
Über die Veranstaltung:
Muses
Wir alle haben unsere Musen: besondere Menschen oder Dinge, Theorien oder Ästhetiken, die uns als Künstler inspirieren. Dieses Konzert erforscht unsere Musen in all ihren Formen und Gestalten, besonders wie Künstler*innen ihre Musen oft an sehr unerwarteten Orten finden und wie zwei Personen sich gegenseitig Musen sein können.
Aus solch einer kreativen Symbiose, der gegenseitigen Beeinflussung der beiden Musiker von NOISE-BRIDGE und den Komponisten Anthony Green und Martin Iddon im Schaffensprozess, entstanden die beiden Uraufführungen für diesen Abend.
Janneke van der Putten:
Bleating Glottis and Overtones
Employing techniques learned during years of training, Janneke van der Putten uses her voice as an instrument in order to explore different environments physically, sonically and intuitively. Her work moves away from the usual modern parameters of amplification and synthesis, focusing instead on the space’s and body’s resonance in the here and now.
When Echo was changed into a stone her calls reverberated in honour of her name, and the trees shivered and responded with their voices. And how do we relate to these returns? The voice as an expression that stands at the base of what defines us as humans, and drags us back to our intuitive animal-like being. Returning to that embedded knowledge is like walking into a relentlessly unfolding horizon. Listening is a way to immerse in one’s environment. But as much as one inhales and exhales – inspiring and extending – the walls are with us.
They do vibrate too. It was not until I performed in the underground vaults of the Reina Sofía Museum, a former hospital, that I could imagine what the people described in Foucault’s ‘Histoire de la folie’ were pulled into. It was not one’s inner voices and secret tuning forks that hit the cranium – instead those cellars spoke for me, shadowed all that came out of my mouth. Turning around myself in expanding circles, it wasn’t possible to point a finger to the sound-source.
In Kooperation mit:
Aktuell
Ausstellung
Synchronized Collapse
Wagehe Raufi und Martin Dörr
Eröffnung:
Freitag, 9. Januar 2026, 19:00 Uhr
Artist Talk:
Freitag, 16. Januar 2026, 18:00 Uhr
Über die Ausstellung:
Die Tasche des Janitors (dt. Hauswart*in), gefüllt mit Schlüsseln, Werkzeugen und Überresten bevorstehender und vergangener Reparaturen, wird zum Ausgangspunkt einer multimedialen Installation über Ordnung, Kontrolle und die Arbeit an Systemen, die nur scheinbar stabil sind. Martin Dörr und Wagehe Raufi untersuchen den Tascheninhalt als chaotisches Archiv. Metallstücke, Kabelreste, Gefundenes und Verlorenes erzeugen Klang und Reibung; die materielle Collage wird im Analogen und in der digitalen Simulation zum klirrenden Erzählenden. Durch Greifbewegungen lösen die Künstler*innen Kettenreaktionen aus, in denen Objekte kippen, Dinge entgleiten, aus der Tasche fallen und fragile Gleichgewichte kollabieren. „Synchronized Collapse“ macht die Dinge zu Akteur*innen einer choreografierten Störung und zeigt den Janitor als Hüter*in eines empfindlichen Systems.
Martin Dörr arbeitet als Künstler und System-/Game-Designer in Berlin und untersucht kollektive Verhaltensweisen sowie die Dynamik komplexer, mehr-als-menschlicher Systeme. Wagehe Raufi erforscht die Schnittstelle zwischen materieller Präsenz und digitaler Fragilität und lässt virtuelle Räume mit Archivspuren, Bildern, Texturen und physischen Setzungen verschmelzen. Gemeinsam entwickeln sie ein Labor der innewohnenden Instabilität und Störung, die Räume und Systeme funktionsfähig halten.
Über die Künstler*innen:
Martin Dörr (1990, Pirmasens) ist ein in Berlin lebender Künstler und System/Game Designer. Er hat ein Diplom in Bildender Kunst von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und einen M.A. in System/Game Design von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. 2018/19 studierte er mit einem DDA-Stipendium an der Central Academy of Fine Arts in Peking. Seine künstlerische Arbeit wurde international ausgestellt; seine praktische und theoretische Forschung wurde u. a. durch das Deutschlandstipendium, den Marielies-Schleicher-Preis und die Stiftung Kunstfonds gefördert. Seit 2015 ist Dörr Mitglied von Blockadia*Tiefsee, einem interdisziplinären Kollektiv, das technologische und ökologische Transformationsprozesse durch künstlerische Forschung und partizipative Formate untersucht.
Wagehe Raufi (1990, Dissen am Teutoburger Wald) ist bildende Künstlerin und war zuletzt Stipendiatin der Hessischen Kulturstiftung in der Cité internationale des Arts in Paris. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundespreis für Kunststudierende (2021), einem DAAD-Stipendium für ein Auslandssemester an der Central Academy of Fine Arts in Peking (2018) sowie dem SYN Award für interdisziplinäre Forschung (2017), der mit einer Residenz in den Meisterhäusern des Bauhauses in Dessau verbunden war. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt u. a. in der Kunsthalle zu Kiel (2025), im Kunstverein Arnsberg (2024), im Historischen Museum Frankfurt (2024) und in der Bundeskunsthalle Bonn (2021).
Kuration:
Eva Dörr und Juli Gebhardt
In Kooperation mit:
Gefördert durch: